Die Whiskyprobe
Tage wie letztens …
…können mir eigentlich, ehrlich gesagt, gestohlen bleiben. Aber um diesen Spruch nicht unbegründet in den in den Raum zu stellen, sollte ich schon etwas ausholen. Der heutige Tag begann eigentlich gestern Abend…
Ein langweiliger Diaabend zum Thema „Wildtiere in Kenia“, bei dem das eine oder andere Bild wie „von einer Ansichtskarte abfotografiert“ aussah, bewog mich dazu, eine Whiskyprobe für den späteren Abend, zumindest schon gedanklich, vorzubereiten. Nachdem der Vortragende seine lang erwarteten abschließenden Worte zu seinen fotografischen Höchstleistungen an das unsäglich dankbare Publikum richtete, wurden die Gedanken in die Tat umgesetzt.
Meine Reise in die Welt der Frustrationslöser, denn nichts anderes ist eine geplante Whiskyprobe mit mehr als 3 Sorten, begann in der Speyside. Sehr gut trinkbar, diese Speysideprölle, man muss nicht viel Nachdenken, nur trinken. Zwei doppelte wurden sehr schnell „probiert“, denn es war ja eine Whiskyprobe, aber dieses Mal eine echte „One-Man-Show“. Nun gut, zwei Striche, für jeden doppelten einen, auf das „Damit ich morgen weiß wie viel ich gestern drin hatte“ - Kärtchen, und weiter ging es.
Ab in die Highlands, dort wurden wiederum zwei doppelte „probiert“. Die Fähigkeiten des Gaumens Nuancen zu erkennen schwanden allmählich. Zwei Striche mehr auf der Liste. Kontrolle ist ja sooo wichtig. Es wurde wieder in den Schrank geschaut. Die Western Highlands versteckten sich hinter den Orkneys, geografisch nicht ganz korrekt, aber der Schrank bietet nicht mehr Möglichkeiten. Über die Hafenstadt Oban (ein Strich) und die Insel Skye (2 Striche) gelang ich endlich (wie eigentlich jedes Mal) auf die Insel Islay.
Islay… mein Islay. Insel der rauchigen Whiskys, selbst nach 7 Strichen auf der Kontroll-Liste am Geschmack zu erkennen. Mittlerweile drängte sich der Hauptgrund der Whiskyprobe in den Vordergrund. Nein, es war nicht die Frustration über die Gazellen- und Giraffenbilder, sondern das, was mich schon seit geraumer Zeit in immer stärkerem Maß beschäftigte. Natürlich geht es um das andere Geschlecht. In meinem bescheidenen Fall geht es da um eine bestimmte Frau, die mir, ohne dass sie es vielleicht wusste, auf ihre Art gänzlich den Kopf verdreht hatte. Apropos verdreht… nach Aufschlagen auf Islay und der Verkostung des ersten Inselwhiskys, 6 hatte ich noch vor mir, schlug mein desolates Gefühlsleben um… in Mut und Zuversicht. Das ist immer so nachdem ich die Insel betreten habe. Der Mut gipfelt dann in Fantasien, die nichts mit dem Lebenswasser zu tun haben, eher mit der reichlichen und ausführlichen Befriedigung des anderen Geschlechtes. Natürlich wird dabei nicht an den eigenen Vorteil gedacht, man ist ja Gentleman. Die Striche haben mittlerweile keine Strichform mehr, sie ähneln eher einer mutwillig dem Zettel zugefügten Verletzung. Fahren wir also fort.
Ob der Rest des konsumierten Whiskys wirklich von der Insel kam konnte ich am heutigen Morgen nicht mehr sagen. Auf jeden Fall müssen es noch einige gewesen sein. Eine Überfahrt nach Irland fand wohl auch noch statt. Auf dem Zettel waren aber nur 7 Striche, 4 Löchern im Zettel und, vage erkennbar, mehrfach der Name der Angebeteten. Nur 7 Striche… ich war Stolz auf mich, nur fühlte ich mich eher so wie nach 12 – 15 Strichen. Stark lädiert mit Erinnerungslücken. Und da kam es wieder, das Gefühl mal damit aufhören zu müssen, dem Alk, dem Frust. Man sollte sein Leben doch besser gestalten können.
Mit diesem Vorsatz durchforstete ich den ganzen Rest des heutigen Tages das Internet, auf der Suche nach der ultimativen Lösung für meine Probleme, dem Hobby, was meinem Leben eine neue Wendung geben wird, Hauptsache, weg von den Frauen, weg vom Alkohol. Spät am Nachmittag wurde ich fündig. Voller Enthusiasmus meldete ich mich Online an, entrichtete die Kursgebühr sofort per Kreditkarte und malte mir in meiner Vorstellung meine künftigen Freizeittätigkeiten aus. Die Vorfreude kannte keine Grenzen. Es war fast so ein Gefühl, als hätte die so lange hofierte Dame, dessen Name so oft auf dem Zettel stand, endlich ihr Ja-Wort gegeben. Morgen würde ich sofort eine Digitalkamera kaufen und am Dienstag beginnt dann der VHS Kurs: „Wildtiere richtig ins Bild gesetzt“.
Heute Abend werde ich bei meinem Online Whisky Händler vorsichtshalber erst einmal eine neue Bestellung aufgeben. Sicher ist sicher.
…können mir eigentlich, ehrlich gesagt, gestohlen bleiben. Aber um diesen Spruch nicht unbegründet in den in den Raum zu stellen, sollte ich schon etwas ausholen. Der heutige Tag begann eigentlich gestern Abend…
Ein langweiliger Diaabend zum Thema „Wildtiere in Kenia“, bei dem das eine oder andere Bild wie „von einer Ansichtskarte abfotografiert“ aussah, bewog mich dazu, eine Whiskyprobe für den späteren Abend, zumindest schon gedanklich, vorzubereiten. Nachdem der Vortragende seine lang erwarteten abschließenden Worte zu seinen fotografischen Höchstleistungen an das unsäglich dankbare Publikum richtete, wurden die Gedanken in die Tat umgesetzt.
Meine Reise in die Welt der Frustrationslöser, denn nichts anderes ist eine geplante Whiskyprobe mit mehr als 3 Sorten, begann in der Speyside. Sehr gut trinkbar, diese Speysideprölle, man muss nicht viel Nachdenken, nur trinken. Zwei doppelte wurden sehr schnell „probiert“, denn es war ja eine Whiskyprobe, aber dieses Mal eine echte „One-Man-Show“. Nun gut, zwei Striche, für jeden doppelten einen, auf das „Damit ich morgen weiß wie viel ich gestern drin hatte“ - Kärtchen, und weiter ging es.
Ab in die Highlands, dort wurden wiederum zwei doppelte „probiert“. Die Fähigkeiten des Gaumens Nuancen zu erkennen schwanden allmählich. Zwei Striche mehr auf der Liste. Kontrolle ist ja sooo wichtig. Es wurde wieder in den Schrank geschaut. Die Western Highlands versteckten sich hinter den Orkneys, geografisch nicht ganz korrekt, aber der Schrank bietet nicht mehr Möglichkeiten. Über die Hafenstadt Oban (ein Strich) und die Insel Skye (2 Striche) gelang ich endlich (wie eigentlich jedes Mal) auf die Insel Islay.
Islay… mein Islay. Insel der rauchigen Whiskys, selbst nach 7 Strichen auf der Kontroll-Liste am Geschmack zu erkennen. Mittlerweile drängte sich der Hauptgrund der Whiskyprobe in den Vordergrund. Nein, es war nicht die Frustration über die Gazellen- und Giraffenbilder, sondern das, was mich schon seit geraumer Zeit in immer stärkerem Maß beschäftigte. Natürlich geht es um das andere Geschlecht. In meinem bescheidenen Fall geht es da um eine bestimmte Frau, die mir, ohne dass sie es vielleicht wusste, auf ihre Art gänzlich den Kopf verdreht hatte. Apropos verdreht… nach Aufschlagen auf Islay und der Verkostung des ersten Inselwhiskys, 6 hatte ich noch vor mir, schlug mein desolates Gefühlsleben um… in Mut und Zuversicht. Das ist immer so nachdem ich die Insel betreten habe. Der Mut gipfelt dann in Fantasien, die nichts mit dem Lebenswasser zu tun haben, eher mit der reichlichen und ausführlichen Befriedigung des anderen Geschlechtes. Natürlich wird dabei nicht an den eigenen Vorteil gedacht, man ist ja Gentleman. Die Striche haben mittlerweile keine Strichform mehr, sie ähneln eher einer mutwillig dem Zettel zugefügten Verletzung. Fahren wir also fort.
Ob der Rest des konsumierten Whiskys wirklich von der Insel kam konnte ich am heutigen Morgen nicht mehr sagen. Auf jeden Fall müssen es noch einige gewesen sein. Eine Überfahrt nach Irland fand wohl auch noch statt. Auf dem Zettel waren aber nur 7 Striche, 4 Löchern im Zettel und, vage erkennbar, mehrfach der Name der Angebeteten. Nur 7 Striche… ich war Stolz auf mich, nur fühlte ich mich eher so wie nach 12 – 15 Strichen. Stark lädiert mit Erinnerungslücken. Und da kam es wieder, das Gefühl mal damit aufhören zu müssen, dem Alk, dem Frust. Man sollte sein Leben doch besser gestalten können.
Mit diesem Vorsatz durchforstete ich den ganzen Rest des heutigen Tages das Internet, auf der Suche nach der ultimativen Lösung für meine Probleme, dem Hobby, was meinem Leben eine neue Wendung geben wird, Hauptsache, weg von den Frauen, weg vom Alkohol. Spät am Nachmittag wurde ich fündig. Voller Enthusiasmus meldete ich mich Online an, entrichtete die Kursgebühr sofort per Kreditkarte und malte mir in meiner Vorstellung meine künftigen Freizeittätigkeiten aus. Die Vorfreude kannte keine Grenzen. Es war fast so ein Gefühl, als hätte die so lange hofierte Dame, dessen Name so oft auf dem Zettel stand, endlich ihr Ja-Wort gegeben. Morgen würde ich sofort eine Digitalkamera kaufen und am Dienstag beginnt dann der VHS Kurs: „Wildtiere richtig ins Bild gesetzt“.
Heute Abend werde ich bei meinem Online Whisky Händler vorsichtshalber erst einmal eine neue Bestellung aufgeben. Sicher ist sicher.
Finger - 23. Okt, 17:13
Du bist ein Ass...
LG vom Korinthe